

Vier Jahrzehnte im gleichen Unternehmen, das ist heute alles andere als selbstverständlich. Fragt man Stefan Walser, warum er seit 40 Jahren bei der Hälg & Co. AG in St. Gallen arbeitet, kommt die Antwort ohne Zögern: «Wenn es passt, bleibst du.» Hinter diesem einfachen Satz steckt eine ganze Berufsgeschichte. Wenn er auf die Stadt blickt, erfüllt es ihn mit Stolz, all die Gebäude zu sehen, an denen er mitwirken durfte.
Der Beruf des Heizungsinstallateurs war für ihn nicht von Anfang an klar. «Längere Zeit wusste ich nicht, was ich nach der Oberstufe lernen wollte». Der Gang zum Berufsberater brachte erste Ideen und führte in direkt in die Gebäudetechnik. Er schnupperte in die Gewerke Elektro, Sanitär und Heizung, wobei die ersten beiden für ihn nicht infrage kamen.

So entschied er sich für die Lehre als Heizungsmonteur, wie die Ausbildung damals offiziell hiess. Ein Bekannter aus seinem Dorf arbeitete dazumal bei der Hälg & Co. AG in St. Gallen. «So bin ich überhaupt erst auf die Firma gekommen.» Eine einzige Bewerbung hat er geschrieben, seine Lehre im Jahr 1989 erfolgreich abgeschlossen und ist seither bis heute ein fester Teil der St. Galler Niederlassung.
Sein Einstieg nach der Lehre war klassisch als B-Monteur (heute Jungmonteur) auf der Baustelle. Er übernahm mehr Verantwortung und war eine Zeit lang Stellvertreter des Montageleiters. Etwas später ging er wieder bewusst zurück zur Tätigkeit des klassischen Heizungsinstallateurs. «Ich bin lieber auf der Baustelle.» Dort hat sich über die Jahre viel verändert und gleichzeitig erstaunlich wenig. Früher wurden schwere Radiatoren geschleppt, Kessel selbst demontiert, viel geschweisst. Heute liegt der Fokus mehr auf Bodenheizungen, Presssystemen und vorgefertigten Teile aus der Werkstatt. «Früher war es körperlich strenger», sagt er, «heute ist einiges einfacher geworden.»

Mit der neuen Technik musste er sich anfreunden. Lange Zeit setzte er lieber auf Papier als auf digitale Pläne am Tablet. «Ich habe mich anfangs gewehrt. Das lag wahrscheinlich auch daran, dass ich keine Geduld hatte, wenn etwas nicht funktioniert hat.» Inzwischen gehört das Tablet jedoch zum Alltag von Stefan. Fotos machen, schnell Rückfragen klären, Pläne vergrössern, die Vorteile sind ganz klar da. Und trotzdem merkt man: Ganz losgelassen hat er das Papier nicht. «Wenn ich etwas abmache, muss ich es sofort aufschreiben. Das geht auf Papier schneller.»
Was sich für ihn nie verändert hat, ist der Anspruch an die eigene Arbeit. «Du musst verstehen, was du machst. Und sauber arbeiten.» Sauber meint er wörtlich. Stefan hat immer einen Staubsauger dabei. Nicht, weil es vorgeschrieben ist, sondern weil es für ihn dazugehört. Berufsstolz zeigt sich für ihn im Detail: sauber montierte Verteiler, exakt ausgerichtete Thermometer, eine aufgeräumte Übergabe. «Das macht den Unterschied.» Dieses Denken gibt er weiter, besonders an Lernende. Viele hat er während ihrer Ausbildung begleitet.

Gleichzeitig beobachtet er, dass genau diese Haltung heute nicht mehr selbstverständlich ist. «Der Stolz auf die eigene Arbeit fehlt manchmal ein bisschen.» Für Stefan ist das keine Nostalgie. Es ist eine Frage der Verantwortung, gegenüber dem Beruf, den Kunden und sich selbst.
Sein eigener Weg war geprägt von Abwechslung. Projekte in der Region und Stadt St. Gallen, aber auch Einsätze im Ausland, zweimal in Ägypten und einmal in Libyen. «Arbeiten und reisen, das hat mich gereizt.» Auch grosse Anlagen in der Schweiz sind ihm geblieben: die OLMA Halle 9, das Kongresszentrum Einstein oder das Rathaus in St. Gallen. «Auf solche Projekte schaue ich gerne zurück.
Über die Jahre ist aus einem Arbeitsplatz mehr als nur Arbeit geworden. In all den Jahren ist viel Herzblut hineingeflossen, viele Erinnerungen sind geblieben und viele Beziehungen gewachsen. Eine davon ist der erste eigene rote VW-Bus. «Da war ich schon stolz.»

Und auch heute sind es die Menschen, die zählen: «Viele begleiten mich schon lange. Das ist wie eine Gemeinschaft.» Dazu kommt die Unterstützung von seinen Vorgesetzten. «Ich wurde gefordert, aber immer unterstützt.» Und auch Dinge, die für ihn viel bedeutet haben: «Seit ich Vater bin, habe ich freitags frei, sofern es mit der Arbeit aufgeht.»
Nach 40 Jahren klingt Stefans Geschichte nicht nach Karriereplanung oder Strategie, sondern nach etwas, das heute selten geworden ist: Berufsstolz, Vertrauen und dem guten Gefühl, jeden Morgen gerne aufzustehen. «Es erfüllt mich mit Stolz, wenn ich auf die Stadt St. Gallen blicke und sehe, wo ich überall mitwirken durfte.»
Sie möchten Teil der Hälg-Familie werden? Bei uns finden Sie attraktive und vielseitige Stellen mit Perspektiven.
